Umfrage offenbart erschreckende Wissenslücken

90% wissen nicht um die Schutzwirkung der HIV-Therapie - Umfrage offenbart erschreckende Wissenslücken

Eine repräsentative Umfrage der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt, dass in Deutschland grosse Wissenslücken im Hinblick auf die Wirksamkeit der HIV-Therapie bestehen. Nur geschätzte 10 Prozent der Bevölkerung wissen, dass Infizierte unter erfolgreicher Therapie nicht mehr ansteckend sind. Die Folgen sind Berührungsängste und Diskriminierung von Menschen mit HIV.

Ein Drittel der rund 1`000 Befragten hat beispielsweise Bedenken, dasselbe Geschirr und ein Viertel (27%) dieselbe Toilette wie HIV-Betroffene zu benutzen. Noch erschreckender sind die Zahlen, wenn es um den direkten Körperkontakt geht. Ungefähr drei Viertel schliessen geschützten Sex mit einem HIV-Betroffenen aus, über 50 Prozent geben an, dass sie einen Menschen mit HIV nicht oder wahrscheinlich nicht küssen würden und 15 Prozent hätten sogar Vorbehalte, einen HIV-Betroffenen zu umarmen.

Mangelnde Akzeptanz und Solidarität

Zudem wird HIV von weniger als der Hälfte als «normale» chronische Krankheit wie beispielsweise Diabetes angesehen, obwohl 81 Prozent wissen, dass mit einer HIV-Therapie ein langes und beschwerdefreies Leben möglich ist. Diskriminiert werden Menschen mit HIV auch, weil rund ein Viertel (23%) der Meinung ist, dass sie selbst schuld an der Infektion sind.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist, um die Diskriminierung von Menschen mit HIV zu beenden.

Quelle:

Deutsche AIDS-Hilfe (2017): BZgA-Umfrage: 90% wissen nicht um die Schutzwirkung der HIV-Therapie. Retrieved December 20, 2017 from https://www.aidshilfe.de/meldung/bzga-umfrage-90-wissen-um-schutzwirkung-hiv-therapie

 

 

CH/HIV/0072/17/12.2017