Generation 50+ bei Präventionskampagnen stärker berücksichtigen

Immer mehr HIV-Neuinfektionen bei älteren Menschen

Ein Bericht im Fachjournal „The Lancet HIV“ zeigt, dass in Europa immer mehr HIV-Diagnosen bei älteren Personen gestellt werden. Im Untersuchungszeitraum von 2004 bis 2015 wurden 54'000 Neudiagnosen bei Menschen über 50 Jahren und 312'000 Neudiagnosen bei Menschen zwischen 15 und 49 Jahren verzeichnet. Somit infizierten sich zwar rund sechs Mal mehr jüngere Personen mit HIV, allerdings blieben die HIV-Neuinfektionen bei ihnen konstant, während sie bei der älteren Generation um 2,1 Prozent pro Jahr zunahmen.

Zudem wird HIV bei älteren Menschen im Durchschnitt zu einem späteren Zeitpunkt diagnostiziert als bei jüngeren, wodurch sich das Übertragungsrisiko und auch die Sterblichkeit erhöht.

Dr. Lara Tavoschi von der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC meint, dass diese Entwicklungen in der Generation 50+ womöglich auf ein niedrigeres Bewusstsein gegenüber HIV und auf eine Fehleinschätzung des eigenen Infektionsrisikos zurückgehen könnten. In Zukunft sollten daher vermehrt Testangebote für diese Altersgruppe geschaffen werden. Zudem sollten ältere Menschen bei Präventions- und Aufklärungsmassnahmen stärker berücksichtigt werden.

Quellen:

Tavoschi, L. et al. (2017): New HIV diagnoses among adults aged 50 years or older in 31 European countries, 2004–15: an analysis of surveillance data. The Lancet HIV, online edition. Retrieved November 21, 2017, from http://dx.doi.org/10.1016/S2352-3018(17)30155-8

Pharmazeutische Zeitung (2017): HIV: Immer mehr Ältere infiziert. Retrieved November 21, 2017, from https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=71943

 

 

 

CH/HIV/0067/17/12.2017