Unter Heterosexuellen sind die Uebertragungsketten des HI-Virus kurz

Mathematische Modelle liefern neue Erkenntnisse

Ein Forschungsteam des Universitätsspitals Zürich und der Universität Zürich hat mit einem mathematischen Modell aus den Daten der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie errechnet, dass sich das HI-Virus in der Schweiz unter Heterosexuellen kaum stark ausbreiten wird.

Dazu hat das Team die genetischen Sequenzen von HI-Viren analysiert und konnte so die Übertragungsketten rekonstruieren. Auffällig ist, dass das HI-Virus zwar oft in die Gruppe der Heterosexuellen hineingetragen wird, sich dort aber nicht effizient ausbreiten kann. Das liegt daran, dass mehr als jeder zweite HIV-Infizierte das Virus gar nicht weiter gibt und wenn eine Übertragung von HIV stattfindet, dann meist nur auf zwei oder drei Personen.

Eine der möglichen Erklärungen dafür könnte sein, dass sich Heterosexuelle meist schützen, wenn sie mit Gelegenheitspartnern Sex haben. Im Widerspruch dazu steht allerdings, dass bei anderen sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten in den letzten Jahren eine Zunahme des Risikoverhaltens und der Ausbreitung beobachtet wurde. Wahrscheinlicher ist daher als Erklärung, dass die Uebertragung von HI-Viren beim Vaginalverkehr zwischen Heterosexuellen im Vergleich zum Analverkehr weniger häufig passiert. Zudem werden die meisten HIV-Betroffenen sofort behandelt, wodurch sie das Virus nicht mehr weitergeben können.

In einem nächsten Schritt möchten die Forschenden dieses mathematische Modell auch bei Hochrisikogruppen wie etwa Männern, die Sex mit Männern haben, anwenden. Ausserdem könnten mit dieser Methode in Zukunft auch bei anderen Infektionskrankheiten wie beispielsweise der Grippe neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Quelle:

Universität Zürich (2017): Big Data in der Aidsforschung. Retrieved November 24, 2017, from http://www.news.uzh.ch/de/articles/2017/hiv.html

 

 

 

 CH/HIV/0067/17/12.2017