Geänderte Testmethoden und Behandlungsrichtlinien führen zum Erfolg

Infektionsrisiko um das Fünffache gesenkt

Neue Wege in der HIV-Prävention zahlen sich aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine australische Studie mit 437 Patienten des Melbourne Sexual Health Centre. Durch geänderte Testmethoden und neue Behandlungsrichtlinien konnte unter anderem die Dauer zwischen der HIV-Infektion und dem positiven Testresultat bei schwulen Männern um das Fünffache gesenkt werden. Ein wichtiger Schritt, um die Weitergabe von HIV zu verhindern.

 

In den Jahren 2007 bis 2009 waren die, auf HIV positiv getesteten Patienten im Melbourne Sexual Health Centre schätzungsweise 49 Monaten ansteckend. Zwischen 2015 bis 2016 konnte das Zentrum diesen Zeitraum auf 9,6 Monate senken. Gleichzeitig wurden doppelt so viele frische HIV-Infektionen erkannt. Auch die Zeit zwischen Diagnose und wirksamer HIV-Therapie reduzierte sich drastisch. Statt 22,7 Monate zwischen positivem Testresultat und einer Virenlast unter der Nachweisgrenze, verstrichen im Jahr 2015 nur noch 3,2 Monate.

 

Die Studienautoren führen diese Erfolge auf geänderte Testmethoden sowie neue Behandlungsrichtlinien im Melbourne Sexual Health Centre zurück. Die Ergebnisse verdienen so viel Aufmerksamkeit, weil sie wesentlichen Problemen der HIV-Prävention und -Behandlung wirksam entgegentreten. Eine HIV-Infektion sollte möglichst schnell erkannt werden, um die Weitergabe des Virus zu verhindern. Denn gerade in den ersten Wochen nach der Infektion ist das Übertragungsrisiko besonders hoch. Eine rasche Therapie verhindert dann nicht nur die Ausbreitung von HIV sondern schützt – auch langfristig – die Gesundheit von Menschen mit HIV.

 

 

Bild: Photo by DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0

Quelle: Medland NA et al. (2017): Time from HIV infection to virological suppression: dramatic fall from 2007-2016. AIDS, online edition. DOI. 1097/QAD.0000000000001634 (2017).

 

 

 

CH/HIV/0055/17/10.2017