Mehr Rechte für Trans- und intersexuelle Menschen

Portugal schreibt Geschichte

Im April 2018 hat das portugiesische Parlament ein wegweisendes Gesetz verabschiedet, das Trans- und intersexuellen Menschen ein Recht auf Selbstbestimmung gibt und ihre körperliche Integrität schützen soll. Aufgrund des Vetos des Präsidenten könnte sich die Umsetzung allerdings verzögern.

Tritt das Gesetz wie vom Parlament gewünscht in Kraft, dann können Transmenschen ab 16 Jahren ihr offizielles Geschlecht und ihren Namen in offiziellen Dokumenten vereinfacht ändern. Das Gesetz anerkennt damit, dass Transmenschen selbst am Besten wissen, welchem Geschlecht sie zugehören. Neben Portugal setzen bereits weitere fünf europäische Länder (Malta, Norwegen, Dänemark, Irland und Belgien) auf dieses selbstbestimmte Modell. Auch der Präsident Marcelo Rebelo de Sousa ist mit diesem grundsätzlich einverstanden, hat allerdings sein Veto eingelegt und fordert, dass sich minderjährige Transmenschen trotzdem noch einem medizinischen Gutachten unterziehen sollten.

Beim folgenden Punkt des Gesetzes sind sich Parlamentarier und Regierungsoberhaupt aber einig: Operationen an intersexuellen Kindern, die aus medizinischer Sicht nicht erforderlich sind, dürfen nicht mehr durchgeführt werden. Damit ist Portugal nach Malta erst das zweite Land weltweit, das solche Eingriffe verbietet.

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Quellen:

ILGA-Europe (2018): Parabéns! Portugal votes to respect the rights of trans and intersex people. Abgerufen am 14.05.2018 von https://www.ilga-europe.org/resources/news/latest-news/portugal-vote-13april2018 Transgender Europe (TGEU) (2018): Portugal can still be legislative innovators on LGBTI equality – don’t stop now!Abgerufen am 15.05.2018 von https://tgeu.org/veto-portugal-can-still-be-innovators/

 

CH/HIV/0056/18/06.2018