Wissenschaftler forschen an neuen Behandlungsmöglichkeiten gegen Resistenzen bei HIV-Medikamenten

Dank Katzen die HIV-Forschung vorantreiben

Antiretrovirale Medikamente sind bis heute die einzige effektive Behandlungsmethode bei einer HIV-Infektion. Es kann jedoch zu Resistenzen gegenüber den verschiedenen Medikamenten kommen, was die Wirksamkeit der HIV-Therapie beinträchtigt. Dadurch wird die Viruslast im Blut nicht mehr erfolgreich unterdrückt und eine Übertragung von HIV ist möglich. Generell stellen mutierte, restistente HI-Viren langfristig gesehen ein grosses Problem für die HIV-Behandlung dar.

 

Ein neuartiger Ansatz kommt diesbezüglich von einem israelischen Forschungsteam. Die Wissenschaftler vom Institut für Technologie in Haifa entschlüsselten die 3D-Struktur der Reversen Transkriptase beim Verursacher von Katzen-Aids. Das sogenannte Feline Immundefizienz-Virus (FIV) ist dem HI-Virus sehr ähnlich, da es auch das Immunsystem der Vierbeiner schwächt, es kann aber nicht auf den Menschen übertragen werden. Interessanterweise ist die Reverse Transkriptase des FI-Virus resistent gegenüber antiretroviralen Medikamenten. Nun erhofft man sich ausgehend von der Proteinstruktur die Mechanismen zu verstehen, welche dafür verantwortlich sind. Dadurch wären Rückschlüsse auf Resistenzbildung beim HI-Virus möglich und es könnten neue Medikamente in dieser Substanzklasse gefunden werden.

 

Die Chancen dazu stehen laut den Studienautoren nicht schlecht, es bleibt aber abzuwarten, wie die Forschungsergebnisse in der Praxis angewendet werden können. Sicher ist, dass sowohl Mensch als auch Tier von dieser Forschung profitieren können.

 

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Quelle:

Medical News Today (2018): How cats could help to treat HIV. Abgerufen am 04.04.18 von https://www.medicalnewstoday.com/articles/321282.php

 

 

 

CH/HIV/0022/18/05.2018