Die Abgabe von HIV-Medikamenten bei häuslichen HIV-Tests steigert den Therapieerfolg

Schweizer Forscher helfen in Afrika

Weltweit haben nur geschätzte 53 Prozent der Menschen mit HIV Zugang zu einer Behandlung. Besonders die ländlichen Gebiete im Süden Afrikas weisen eine hohe Rate an Betroffenen auf, die nicht davon profitieren können. Gründe dafür sind u.a. die fehlende Diagnose oder der erschwerte Zugang zu Medikamenten. Deshalb versuchen Hilfsorganisationen wie die schweizerische SolidarMed die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Eines dieser Projekte wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tropen- und Public Health Institut (TPH) in Lesotho realisiert. Dabei führte ein Feldteam Hausbesuche durch und bot den Einheimischen freiwillige HIV-Tests an. Zusätzlich konnten positiv getestete Bewohner erstmals gleich vor Ort eine HIV-Therapie beginnen. Dafür bekamen sie mitgebrachte Medikamente, die für einen Monat ausreichten und wurden weiterhin medizinisch betreut. Das Team des STPH wollte ausserdem herausfinden, ob die Medikamenten-Abgabe vor Ort einen positiven Effekt auf den weiteren Behandlungsverlauf hat. Als Vergleichsgruppe dienten Menschen mit HIV-Test ohne Medikamentenabgabe, welche nach gängiger Praxis an das nächstgelegene Krankenhaus verwiesen wurden. Die Forschungsergebnisse konnten nun zeigen, dass eine Medikamentenabgabe vor Ort die Wahrscheinlichkeit einer begonnen Therapie und erfolgreicher Fortsetzung tatsächlich erhöht. 69 Prozent der Patienten der Gruppe mit gleichzeitiger Medikamentenabgabe waren drei Monate nach dem HIV-Test therapiert. Im Vergleich dazu waren es nur 43 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe ohne Abgabe. Und der positive Effekt auf den Behandlungsverlauf setzte sich fort, die Therapietreue war bei der Patientengruppe mit Medikamentenabgabe nach einem Jahr deutlich höher verglichen mit dem Kontrollarm.

Diese Erkenntnisse wollen die Forscher nun nutzen, um andere Hilfsorganisationen und Behörden von den Vorteilen einer Medikamentenabgabe vor Ort zu überzeugen. Neben den Nutzen für die betroffenen Personen, würden auch die örtlichen Kliniken entlastet. Zudem entsteht für die Organisationen, die ohnehin HIV-Tests in Dörfer durchführen, kaum ein Mehraufwand.

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Quelle:

Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS). Ending aids - progress towards the 90-90-90 targets, 2017, http://www.unaids.org/sites/default/files/media_asset/Global_AIDS_update_2017_en.pdf

CH/Luzerner Zeitung (2018): Pillenabgabe steigert HIV-Therapieerfolg. Abgerufen am 4.4.18.

Jama Network (2018): Effect of Offering Same-Day ART vs Usual Health Facility Referral During Home-Based HIV Testing on Linkage to Care and Viral Suppression Among Adults with HIV in Lesotho. Abgerufen am 4.4.18 von https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2674479?redirect=true

 

 

 

CH/HIV/0022/18/05.2018