Wenn in der Freiheit die Verfolgung weitergeht

Wenn in der Freiheit die Verfolgung weitergeht

In den meisten arabisch geprägten Ländern ist Homosexualität nach wie vor ein Tabuthema. Menschen werden für ihre sexuelle Orientierung eingesperrt, im schlimmsten Fall sogar mit dem Tode bestraft. Vielerorts gelten schwule oder bisexuelle Männer als „krank“. Aus diesem Grund flüchten viele schwule Männer in der Hoffnung nach Europa, den Anfeindungen endlich entfliehen zu können. Doch in hiesigen Flüchtlingsunterkünften kann die Diskriminierung weitergehen.

Unterschiedliche Wertesysteme
Da es derzeit viele verschiedene Krisenherde in der arabischen Welt gibt, flüchten viele Menschen aus diesen Regionen nach Europa. Momentan kommen die meisten Migranten aus Syrien, Eritrea und Guinea in die Schweiz. Sie sind mit einem Wertesystem aufgewachsen, welches nur Platz für Heterosexualität lässt. Denn in diesen drei Ländern ist Homosexualität illegal und wird mit Gefängnis bestraft. Wenn sie dann in der Schweiz in Asyleinrichtungen mit anderen sexuellen Orientierungen konfrontiert werden, kann es zu Konflikten kommen.

Tabuthema im Asylwesen
Die Gefahr von Übergriffen gegenüber LGBT-Migranten schätzt Pascale Navarra von Queeramnesty als gross ein. «Die Toleranz gegenüber Homosexualität ist bei vielen Flüchtlingen sehr gering, oft werden religiöse oder moralische Haltungen im Exil noch stärker empfunden und gelebt», sagt sie. Transmenschen seien noch mehr betroffen, da sie den gängigen Rollenmustern in keiner Weise entsprechen. Weil man aber die Schutzsuchende nicht noch verunglimpfen will, wird dieses Thema nur selten angesprochen. Deshalb halten viele LGBT-Migranten aus Angst ihre sexuelle Orientierung auch in der Schweiz geheim.

Quelle Text:
http://www.watson.ch/Schweiz/International/968370208-Wenn-die-Verfolgung-in-der-Schweizweitergeht-%E2%80%93-Schwulenhass-unter-Fl%C3%BCchtlingen

 

 

Quelle Bild: Stockbild

 

CH/HIV/0023/17/05.2017