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Antiretrovirale Kombinationstherapie – eine Erfolgsgeschichte

Eine HIV-Infektion ist, wenn sie früh diagnostiziert wird, in Europa oder Nordamerika kein Todesurteil mehr. Das zeigen die Auswertungen der Daten von mehr als 88.000 Personen mit einer HIV-Infektion, die zwischen 1996 und 2010 eine HIV-Therapie begannen[1].

Seit dem Jahr 1996 erhalten HIV-Infizierte eine Dreifachtherapie – dass diese Therapie die Überlebenszeit deutlich verlängern kann, ist seit einigen Jahren bekannt. Innerhalb der untersuchten Zeitspanne hat sich die Therapie jedoch deutlich verändert: die Verträglichkeit wurde besser, die Zahl der täglich notwendigen Tabletten wurde vermindert und oft reicht auch die einmal tägliche Einnahme aus. Das alles erleichtert die Adhärenz, dazu kommen verbesserte Möglichkeiten für Patienten mit Resistenzen, ein besseres Management von Begleiterkrankungen und opportunistischen Infektionen und Präventionsprogramme.

Die aktuelle Auswertung der internationalen Antiretroviral Therapy Cohort Collaboration (ART-CC) zeigt, in welchem Umfang diese Verbesserungen zur gesteigerten Lebenserwartung beigetragen haben. Zwischen 1996 und 2010 stieg in Europa die Lebenserwartung eines 20jährigen HIV-infizierten Mannes, der eine antiretrovirale Therapie begann, um ungefähr zehn Jahre. Bei einer frühen Diagnose und einer frühen Therapie läge die Lebenserwartung dieses Mannes bei 78 Jahren und damit im Bereich der Normalbevölkerung in Deutschland[2].

Diese erfreuliche Entwicklung setzt neben dem Zugang zur Therapie vor allem eine frühe Diagnose und einen schnellen Therapiebeginn voraus, hier gibt es auch in Europa und Nordamerika noch Potential für Verbesserungen.

 

[1]The Antiretroviral Cohort Collaboration Lancet HIV 2017 Aug. 4(8): e349-e356

[2]Statistisches Bundesamt, Lebenserwartung in Deutschland

NP-DE-HIV-WCNT-190001; 03-2019